GEDANKENGUT


Himmel, Erde, Mensch, Tier, Rebe
alles wirkt ineinander, prägt uns – und unsere Haltung
prägt den Wein




„[...] aber wir müssen unseren Garten bestellen.“

So gibt Voltaires Candide eine Antwort auf alle möglichen Fragen. Ob wir nun in der besten aller Welten leben oder auf schwankendem Grund, ob sich alles wunderbar fügt oder wir aus Zufällen notwendig unsere Einfälle verwirklichen. Das Leben trägt seine Wahrheit nicht im Zustand, sondern im Prozess. Es gilt, unseren Garten zu bestellen. Kultivieren, was wir angelegt haben, in der uns möglichen Welt. Denn unter der Oberfläche der bestellten Gärten definieren die Konsequenzen des vergangenen Jahres die Gründe des kommenden.

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Alles fließt ein. Jede unserer Entscheidungen beeinflusst ein gesamtes Wirkungsgefüge. Idealerweise treffen wir sie freundlich, geben den natürlichen Prozessen Raum und alle Zeit der Welt, die wir gestalten können, unterwegs, indem wir einfach immer einen Schritt weitergehen, als wir dachten, denn „Abkürzungen führen zu langen Verzögerungen“, wie JRR Tolkien einen seiner Hobbits sagen lässt – im Sinne beständiger Weiterentwicklung, in der Polyphonie des Dialogs, zwischen den Zeilen der Bücher und der Reben, auf den Baustellen der diversen Soziotope, entsprechend unserer jeweiligen Verortung in den Wandlungsphasen, und seit 2026 im weltweiten Denkraum der biodynamischen Bewegung.




Leben ist Veränderung.
„Nichts geht verloren, nichts wird erschaffen, alles wird transformiert.“ Antoine Lavoisiers Satz vom Massenerhalt bringt das Naturgesetz unendlicher Verwandlung ins Bild. Zwischen Frucht und Vergeistigung. Aus Trauben wird ein Gefühl. Fertig werden wir damit nie. Aber eine Flasche Wein können wir auf den Tisch stellen. Darin ist alles aufgehoben, was wir erfahren haben, in einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Und lebt weiter. So ist jedes Glas die Einladung, eine Erfahrung zu machen. Federleicht der Gedanke einer immer wieder von Neuem herzustellenden, immer wieder von Neuem in Frage gestellten Balance.

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LEITHABERG DAC


… die unbändige Vitalität des spannungsgeladenen Tieres, frei in der Landschaft, doch auf Zuruf an unserer Seite, diese Art Zähmung, für den Moment der Begegnung, allein durch Haltung, niemals mit Zwang… RIED WIESER, naked!



Dem Neusiedlersee zugeneigter Osthang mit tiefgründigem, teils kalkfrei-sandigem, teils leithakalkhaltig-lehmigem Boden auf Schiefer und Quarz, zwischen Mandel-, Weichsel- und Quittenbäumen im Ruster Hügelland bei Mörbisch am See. Herausragend wie eine Insel im Paratethys-Meer: die Lage. Die Weine: BLAUFRÄNKISCH. Präzise Reflexionen einer Konzentration auf das Wesentliche. Engmaschig. Strukturbetont. Vibrierende Dichte. Typisch der Frischekick der Säure selbst bei voller Reife, sagten wir schon: Struktur, Struktur, Struktur, ein Muskelspiel und die federnde Eleganz fein zupackender Tannine, langer Atem, unverkennbar das Weihnachtsgewürz im Spektrum der Aromen aus den Trauben und der spontanen Gärung, vom gebrauchten Holz niemals übertönt. Ohne Filter. Ungeschönt. Ohne Maske und Verkleidung. Lebendiger Wein.