WEINGUT


Biologisch, durchdacht, lebendig und terroirgetrieben. Unsere Weine entstehen in Manufaktur im Mikroweingut. Sie sind für uns Lebensmittel, Naturkunstwerk, Gedankengut: kostbare Interpretationen unserer Art, die Welt wahrzunehmen.



TERROIR



Milchstraße, Planet Erde, alte Welt, Mörbisch am See, Anthropozän, hier und jetzt:

begibt sich der Mensch mit seinen Werkzeugen in den ganz großen Kontext, tut seins dazu, und versucht, im Kreislauf, im Werden und Vergehen, im Ein- und Ausatmen aller nichtmenschlichen Natur, Spuren zu hinterlassen, die nicht hingetrampelter Fußabdruck sind, sondern Vehikel einer feingesponnenen Erzählung werden können. Empfangend, gestaltend, weitergebend und tragend, was sich erfahren lässt in einer Lebensspanne, und sich wieder auflöst, Erde zu Erde.

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Wahrnehmungsorgane dieses Planeten. Stille von Menschen. Was wir herstellen, ist Ausdrucksmittel der Welt, in der wir sein und einander sein lassen wollen. Mit der tatkräftigen Behauptung von Charakter kreieren wir Bedeutung im Eigensinn der Zeilen, zwischen denen wir leben und arbeiten. Wenn uns die Tiere nicht fürchten, wenn wir, das menschliche Tier, im Weingarten die Hand- und Kopfarbeit verrichten, die jede Jahreszeit fordert, sind wir auf dem richtigen Weg.

Ist der Schüler bereit, zeigt sich der Lehrer.




Betrachtet man den See als Auge der Landschaft, sind auch wir mit unseren Gefährten Gegenstand von Reflexion. Ein Faktor im Zusammenspiel von Faktoren. Wie Schiefer und Kalk, wie die aller Rauhheit den Rücken kehrende, nach Süd und Ost geöffnete pannonische Muschel der Landschaft aus Leithagebirge und Ruster Hügelland, in der das Frühjahr früher beginnt, der Sommer heißer ist und der Herbst länger Milde zeigt, wie der Nebel, wie das klare Bild im naturtrüben Wasserspiegel, der die Wärme aufhebt, wie die Steppe, die Trockenheit, wie unser Nachdenken über den Wein, wie das Licht aus 2.000 Sonnenstunden, wie der Wald, der uns darin den kühlen Kopf bewahrt, wie der Wind.

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GARTEN



Was schiefergeprägter Weißburgunder für uns sein kann, das erfahren wir mit Kräften, so heißt die Riede und so ist’s, mit alten Reben. Erfahrung muss man machen, sie wird einem selten geschenkt. So haben wir PIWIs ausgepflanzt, 2021 auf Schiefer, Ruster Schotter, in der Riede Haderwald, neben Traminer: Donauriesling und Pinot Nova, deren Charakterpotential wir seither erkunden. Im Ried Wieser, erstmals urkundlich erwähnt 1383 als „Weinberg in der Wiesen“, eine der besten Lagen im Leithaberg DAC, wachsen seit 1995/2012, auf teils kalkhaltigem, teils sandigem Lehm über Schiefer unsere tiefgründigen Blaufränkisch-Reben.
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„Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, der zweitberühmteste Satz aus Saint-Exupérys berühmtem Büchlein über einen Reisenden zwischen den Welten beschreibt die Bewegung zwischen Natur und Kultur. So verstehen wir Naturwein. „,Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache‘, sagte der Fuchs. ,Es bedeutet, sich vertraut machen‘.“ Damit beginnt für uns jeder Handgriff im Garten. Form entsteht aus dem Ineinandergreifen vitaler Interessen im Versuch einer Balance zwischen allen Aspekten. So machen wir uns, auf rund einem Hektar, mit dem Leben zwischen Wurzelspitzen und Trieben vertraut.



In diesem Licht ist Wein die Literatur der Natur. Wie wir sie verstehen, hängt ab von der Lesart. Im gesamten Weinjahr, bei jeder einzelnen Entscheidung im Kontext jedes einzelnen Rebstocks, zwischen Rebschnitt, Laubarbeit und der rigorosen Traubenreduktion, wie bei der Lese. Radikal selektierende Handarbeit auch dann, Parole für die helping hands: keine einzige Beere, die man sich nicht auch gern in den Mund stecken würde, kommt in die Lesekisten.

Uraltes Kulturgut: Menschen aus allen Himmelsrichtungen arbeiten Hand in Hand an einem gemeinsamen Werk.

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KELLER



Trauben.

Das ist alles, was hineinkommt in unseren Wein. Wie der Wein wird, bestimmen die Umstände, zu denen auch wir gehören mit unserer jeweiligen Reaktion auf dieselben. Wie viel geschehen darf, wie viel getan sein muss, damit Trauben ohne jeden Zusatz zu Wein werden, nicht einfach nur fehlerfrei, sondern auch mit jener Art Charakter, die all diese Umstände im Glas reflektieren lässt, gilt es Jahr für Jahr neu zu erkunden. Unser Kellermeister ist die Natur. Wir arbeiten an der Weiterentwicklung der Umstände. All you need is less.

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Wein und Zeit.

Naturgemäß ist es ein Wagnis, die Natur wirken zu lassen. Wir nehmen uns und geben unseren Weinen die Zeit, die sie brauchen, um selbst die natürlichen Prozesse abzuschließen. So werden sie stabil und bleiben lebendig. Nichts muss unterbunden, gestoppt, filtriert oder geschönt werden. Allein die Zeit bringt Klarheit. In ungebranntem Ton und gebrauchtem Barrique. Erde. Holz. Lebenszeit und Erdzeitalter. Amphoren sind sanfte Uhren, die den Wein vor der Zeitrechnung menschlicher Ungeduld beschützen.




Jede Manufaktur stellt Sinnfragen, in Sprachen der Ethik und Ästhetik.
Eine unserer persönlichsten Antworten steht hier. Neben Begriffen wie Nachhaltigkeit, Schönheit, Zukunft, Dorfkultur. Mit 9m Raumhöhe und Zeittiefe bis 1890. Hier schreiben wir, hier leben und gestalten wir unseren Traum von einem Lebensraum in der Abgeschiedenheit mit Freunden, Tieren und Menschen, hier entsteht unser Wein. Manchmal strahlt etwas davon nach außen, dann machen wir das Tor zum Stadl auf, sind mitten im Dorf, und die Manufaktur verwandelt sich mit uns in einen Ort für Gastgeber*innen und Gäste.
Buschenschank, die Urform des Pop-Up.

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